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Vereinigung der Pflanzenzüchter und Saatgutkaufleute Österreichs

 
 

PRESSEMITTEILUNG

 

Was essen wir in 20 Jahren?

Lebensmittel der Zukunft beginnen heute

Neue Kulturarten und innovative Sorten stärken Versorgungssicherheit, Klimaanpassung und gesunde, ausgewogene Ernährung. Wasser als zentraler Faktor.

Werden wir in 20 Jahren noch Brot, Kartoffeln oder Nudeln essen? Die Antwort lautet: Ja, aber sie werden anders sein. Auch im Jahr 2045 werden Getreide, Kartoffeln, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte die Grundlage unserer Ernährung bilden. Doch die Pflanzen werden andere Eigenschaften besitzen als heute. Unser Essen wird sich also durch ein erweitertes Artenspektrum und neue Sorten verändern, die an das Klima und ernährungsphysiologische Anforderungen angepasst sind. Vor allem das Züchtungsziel, den Wasserbedarf zu reduzieren, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Brot aus Trockenheits-toleranterem Weizen, Hitze-tolerantere Kartoffeln und ein wassersparender Obst- und Gemüseanbau stehen aktuell im Fokus. Aber auch proteinreichere Leguminosen oder Nudeln mit einem höheren Anteil heimischer Hülsenfrüchte könnten schon bald selbstverständlich sein. Der Schlüssel dazu liegt in der Pflanzenzüchtung, so Saatgut Austria-Obmann Rainer Frank: „Die Lebensmittel der Zukunft entstehen nicht erst in der Küche oder im Supermarktregal. Sie beginnen in den Züchtungsstationen, in den Gewächshäusern und Feldparzellen der Saatgutspezialisten. Die Entwicklung einer neuen Sorte, die heute startet, liegt erst nach über 10 Jahren als Lebensmittel auf dem Teller.“

Klimawandel diktiert, was auf unseren Feldern künftig wächst

Der Großteil der weltweiten Ernährung basiert heute auf wenigen Kulturpflanzen wie Weizen, Reis und Mais. Künftig wird eine größere Vielfalt notwendig sein, um die Landwirtschaft widerstandsfähiger zu machen. Hitze, Trockenheit, anhaltender Starkregen sowie neue Schädlinge und Krankheiten stellen die landwirtschaftliche Produktion vor immer größere Herausforderungen. Dadurch verändern sich auch die Anforderungen an Kulturpflanzen.

Neben klassischen Kulturen wie Weizen könnten künftig trockenheitsverträgliche Arten wie diverse Hirse- sowie traditionelle Arten wie Dinkel an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig könnten wärmeliebende Kulturen zunehmend auch in Österreich in großem Stil kultiviert werden, wie es einst auch bei Körnermais und Soja gelang. Diese größere Vielfalt macht landwirtschaftliche Produktionssysteme robuster gegenüber Wetterextremen und Krankheiten.

Vor allem Hülsenfrüchte könnten eine deutlich größere Rolle spielen. Sie liefern wertvolles pflanzliches Eiweiß, ermöglichen breitere Fruchtfolgen und verbessern gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit, indem sie Stickstoff aus der Luft binden und dadurch den Bedarf an mineralischem Dünger reduzieren.

In der Ernährung geht es zudem längst nicht mehr nur um Fleischersatzprodukte. Hülsenfrüchte werden zunehmend als eigenständige Lebensmittel verarbeitet wie z.B. in Brot, Pasta oder Backwaren. Durch gezielte Züchtung verbessern sich dabei nicht nur Ertrag und Klimaanpassung, sondern auch Eiweißgehalt, Geschmack und Verarbeitungseigenschaften. Für die heimische Landwirtschaft bzw. dem Gemüse-Gartenbau eröffnet dies neue Marktchancen und stärkt gleichzeitig die regionale Versorgung mit hochwertigen pflanzlichen Proteinen.

Züchtung ist zentraler Hebel

Diese Veränderungen sind nur möglich, weil die Pflanzenzüchtung kontinuierlich bestehende Sorten verbessert und neue entwickelt. Sie gehört zu den wichtigsten Innovationstreibern der Landwirtschaft bzw. des Gartenbaus und sorgt dafür, dass Kulturpflanzen an neue Umweltbedingungen angepasst werden können. Moderne Pflanzenzüchtung verfolgt heute weit mehr Ziele als hohe Erträge allein, sie verbindet Produktivität, Nachhaltigkeit sowie Verbesserungen bei Ernährungsphysiologie und Verarbeitbarkeit.

Damit wird Saatgut selbst zu einem wichtigen Beitrag für den Klima- und Umweltschutz, unterstreicht Rainer Frank: „Wenn wir auch in Zukunft ausreichend hochwertige Lebensmittel aus heimischer Produktion erzeugen wollen, brauchen wir kontinuierliche Innovationen in der Pflanzenzüchtung. Jede neue Sorte ist eine Investition in Ernährungssicherheit, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Landwirtschaft. Und der Kauf von zertifiziertem Saatgut sichert diese Innovationskraft ab. Denn eines ist bereits heute klar: Die Lebensmittel von morgen wachsen aus dem Saatgut von heute.“

 

Über Saatgut Austria

Saatgut Austria ist die Vereinigung der Pflanzenzüchter, Saatgutproduzenten und Saatgutkaufleute Österreichs und übernimmt die Vertretung der gemeinsamen Interessen der Saatgutwirtschaft. Zu den Mitgliedern zählen 25 Firmen, drei Institutionen und zehn Einzelpersonen. Der Obmann der Vereinigung ist Rainer Frank (Kärntner Saatbau), seine Stellvertreter sind Johann Birschitzky (Saatzucht Donau), Florian Mayer (RWA Raiffeisen Ware Austria) und Antonio Foramitti (HESA Saaten).

 


 

 

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