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Vereinigung der Pflanzenzüchter und Saatgutkaufleute Österreichs

 
 

PRESSEMITTEILUNG

 

EU-Pläne bedrohen heimischen Sojaanbau & -züchtung

Erfolgsstory droht Ende, Saatgut Austria fordert daher: EU-Sojaproduktion aus iLUC ausnehmen, um Einbruch bei Anbaufläche und steigende Importabhängigkeit abzuwenden.

Die gentechnikfreie Sojabohnen-Züchtung und der -Anbau sind eine österreichische Erfolgsgeschichte. Doch aktuelle EU-Pläne bedrohen den Siegeslauf der wertvollen und vielfältig einsetzbaren Hülsenfrucht: Die geplante Einstufung von Sojaöl als Rohstoff mit hohem Risiko indirekter Landnutzungsänderungen (iLUC) würde dazu führen, dass Sojaöl ab 2030 nicht mehr auf die EU-Ziele für erneuerbare Energien angerechnet werden kann. „Eine solche pauschale Regelung würde auch nachhaltig produziertes europäisches Soja betreffen und die positive Entwicklung des europäischen Sojaanbaus gefährden“, warnt Saatgut Austria-Obmann Rainer Frank. Statt einer pauschalen Einstufung fordert Saatgut Austria daher eine herkunftsbasierte Bewertung: „Sojaöl aus Regionen mit hohem Entwaldungsrisiko sollte iLUC-eingestuft und in er EU nachhaltig produziertes Soja ausgenommen werden, damit es weiterhin genutzt werden kann. Dies würde negative Nebenwirkungen vermeiden und nachhaltige Produktionssysteme stärken.“

Dramatische Folgen der EU-Pläne

Der Sojaanbau in Europa erfolgt überwiegend in entwaldungsfreien Regionen und erfüllt hohe Nachhaltigkeitsstandards. Politische Maßnahmen sollten daher die Unterschiede zwischen europäischen Produktionssystemen und Regionen mit tatsächlichem Entwaldungsrisiko berücksichtigen. Denn ein Großteil des bei der Verarbeitung entstehenden Sojaöls in der EU wird derzeit im Markt für erneuerbare Energien genutzt. Fällt dieser Absatzmarkt weg, sinkt die Wirtschaftlichkeit der europäischen Sojaverarbeitung, was wiederum Pflanzenzüchtung, Anbau, Investitionen und Wertschöpfungsketten gefährden würde.

Einen weiteren Aspekt kritisiert Saatgut Austria: Eine generelle Hochrisiko-Einstufung steht im Konflikt mit der EU- und der österreichischen Proteinstrategie sowie dem Ziel, die europäische Eigenproduktion von Eiweißpflanzen auszubauen und die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren. Wenn europäisches Soja wirtschaftlich an Bedeutung verliert, führt dies zu mehr Importen von Sojaprodukten aus Regionen mit höherem Risiko für Landnutzungsänderungen und verschärft negative Umweltfolgen. Zudem wäre es ein schwerer Schlag für die heimische Pflanzenzüchtung. Dann hätten die Pläne der EU-Kommission die gegenteiligen Folgen als geplant. Ein Rückgang der europäischen Produktion könnte die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft auch darüber hinaus schwächen, den Tierhaltungssektor belasten und langfristig Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit der EU haben.

Erfolgsgeschichte der Sojabohne in Österreich

Der Sojaanbau in Österreich entwickelt sich seit Jahren positiv, was der heimischen Eigenversorgung mit Eiweiß aus pflanzlichen Quellen und der Umwelt zugutekommt. So bindet Soja als Leguminose Stickstoff aus der Luft im Boden, reduziert den Bedarf an mineralischem Dünger und fördert Klima, Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität. Die heimische Produktion erhöht zudem den Selbstversorgungsgrad mit pflanzlichem Eiweiß und verringert Importabhängigkeiten. Aus österreichischem Soja entstehen zu 40 % Lebensmittel, zu 60 % Futtermittel. Es findet sich in zahlreichen Produkten für Tierfutter und Lebensmittel wie Sojaschrot und -öl, Tofu, Sojadrinks und Tempeh. Es ist aber auch die Grundlage für gentechnikfreie Ostereier aus Österreich.

Gefördert wird das durch enorme Züchtungsfortschritte der österreichischen Pflanzenzüchter mit Ertrags- und Qualitätssteigerungen insbesondere bei günstigen Witterungsverhältnissen wie im Jahr 2025. So finden sich auch in der neuen Sortenliste wieder acht neue Sojasorten österreichischer Züchter. Auch die Österreichische Eiweißstrategie setzt gezielt Maßnahmen zum Ausbau des Sojaanbaus. Die Sojabohne avancierte dadurch in Österreich neben Weizen, Mais und Gerste zur mittlerweile viertgrößten Kultur. Mit einer Produktion von 272.000 Tonnen im Jahr 2025 steigt Österreich nach Italien und Frankreich zum drittgrößten Sojaproduzenten in der EU auf. Rund 86.000 Hektar Soja-Anbaufläche sichern der heimischen Landwirtschaft einen Platz in den Top 5 in der EU. Erfreulich ist auch der hohe Bio-Anteil von 36 %.

 

Über Saatgut Austria

Saatgut Austria ist die Vereinigung der Pflanzenzüchter, Saatgutproduzenten und Saatgutkaufleute Österreichs und übernimmt die Vertretung der gemeinsamen Interessen der Saatgutwirtschaft. Zu den Mitgliedern zählen 25 Firmen, drei Institutionen und zehn Einzelpersonen. Der Obmann der Vereinigung ist Rainer Frank (Kärntner Saatbau), seine Stellvertreter sind Johann Birschitzky (Saatzucht Donau), Florian Mayer (RWA Raiffeisen Ware Austria) und Antonio Foramitti (HESA Saaten).

 


 

 

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