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Vereinigung der Pflanzenzüchter und Saatgutkaufleute Österreichs

 
 

Projekt Klimafit

Durch den Klimawandel treten vermehrt Wetterextreme wie Trockenheit, Dürre und Starkregenperioden auf. So rechnen Experten z.B. in den nächsten Jahren mit einer Steigerung von 15 auf 35 Hitzetagen pro Jahr. Um Ernteausfälle zu vermeiden und die heimische Lebensmittelversorgung sicherzustellen, bedarf es Kulturpflanzen, die mit diesen Veränderungen zurechtkommen. Saatgut Austria hat daher gemeinsam mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus sowie den Bundesländern das Projekt Klimafit gestartet.

Das Ziel ist, klimafitte Sorten für Österreich zu entwickeln, die trockenheits- und hitzetolerant sowie an den Klimawandel und regionale Erfordernisse angepasst sind. Das Projekt Klimafit trägt dabei zu einer Kulturartenvielfalt im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung bei und

  • unterstützt Vorarbeiten zur Züchtung neuer Sorten, die an Auswirkungen des Klimawandels angepasst sind,
  • schafft einen Genpool zur Entwicklung „klimafitter“ Sorten und
  • ist ein wesentlicher Beitrag zur künftigen Versorgung mit heimischen Produkten.

Ein weiteres wichtiges Züchtungsziel ist die Verbesserung der Krankheitsresistenz, denn mit dem Klimawandel werden auch neue Krankheiten in den Beständen auftreten. 

Im Detail wurden seit 2017 auf 238 Standorten im In- und Ausland Pflanzen selektiert, die gegen Hitzeperioden, aber auch anhaltende Starkregenperioden widerstandsfähiger sind. Insgesamt gelangten in der ersten Projektperiode von 2018 bis 2020 über 450 Zuchtlinien aus allen enthaltenen Kulturartengruppen zur Prüfung für die Sortenzulassung. Damit wird die Grundlage zur künftigen Versorgung mit heimischen, qualitativ hochwertigen Produkten aus österreichischen Kulturpflanzen sichergestellt.

Beispiel Kartoffel

Die Kartoffel bevorzugt ein gemäßigtes Klima und ist daher besonders vom Klimawandel betroffen. Sie erbringt bei Temperaturen über 30°C trotz Bewässerung nicht den gewünschten Ertrag. Die Züchter arbeiten daher an toleranten Sorten, die mit weniger Wasser auskommen und die Knollenbildung und das Wachstum auch bei hohen Temperaturen nicht einstellen. Durch das Einbeziehen von Standorten im inner- und außereuropäischen Ausland konnten vielversprechende Zuchtlinien in Regionen getestet werden, in denen jetzt schon klimatische Bedingungen herrschen, wie sie in Zukunft klimawandelbedingt in Österreich zu erwarten sind. Dadurch will das Projekt den Klimawandel antizipieren und eine hohe Selbstversorgung mit ertragreichen und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln sicherstellen.

Ausblick

Eine Fortsetzung mit dem Projekt KLIMAFIT 2 ab 2021 wurde bereits gestartet. Das BMLRT stellt dafür gemeinsam mit den Bundesländern eine Fördersumme in der Höhe von 1 Mio. EUR pro Jahr zur Verfügung. Das Projekt Klimafit umfasst dabei Getreide und Mais, Sojabohne, Ölkürbis, Ackerbohne, Sonnenblume, Körnererbse, Raps und Kartoffel.

 


 

 

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